Die Stipendiatin 2012 ist Svetlana Brandt. Herzlichen Glückwunsch!
Der Stipendiat 2011 war Maurício Iles-Martinez. Wir warten gespannt auf seinen Bericht!
Stipendiaten vergangener Jahre und ihre Erfahrungen
Um Lissabon wirklich zu sehen, muss man den Tejo überqueren
(August, Universidade de Lisboa)
Mein Aufenthalt in Lissabon im August 2010 war eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung. Meinen Portugiesischkurs habe ich an der Faculdade de Letras der Universidade de Lisboa gemacht. Für mich war es die beste Entscheidung, die ich nur hätte treffen können. Dazu beigetragen haben nicht nur mein Lehrer, sondern auch meine Mitschüler.
Mein Lehrer war fantastisch! Seine Erklärungen waren klar und strukturiert. Ich hatte fast noch nie einen Lehrer, der so gut erklären konnte, so dass ich am Ende des Kurses sogar den komplizierten Gebrauch des Konjunktivs verstand, von dem ich mir niemals erträumt hätte, ihn zu verstehen. Auch durch meine Mitschüler wurde es ein schöner Aufenthalt. Sie kamen aus aller Welt, so dass jeder einzelne etwas Interessantes zu erzählen hatte. So konnten wir unsere Lebensweise und unsere Kulturen mit denen in Portugal, speziell in Lissabon, vergleichen.
Lissabon ist eine faszinierende Stadt. Besonders im Sommer zeigt sich ihre Magie. Im August finden viele Demonstrationen, Feste und Konzerte statt. Das Leben passiert auf der Straße und bringt eine Atmosphäre mit sich, die als eine glückliche Erinnerung im Herzen verbleibt.
Vielen Dank an das Instituto Camões, mir diese wundervolle Erfahrung ermöglicht zu haben.
Ekaterina Wortmann
(Übersetzung: Isabel Francisco)
30 Tage durch das portugiesische Leben navigieren
(September, Universidade de Lisboa)
Als ich ein Lernstipendium des Instituto Camões erhielt, war ich weder das erste Mal in Portugal noch in Lissabon gewesen, jedoch zum ersten Mal eine Reisende im Sinne Saramagos: „Der Reisende ist kein Tourist, er ist Reisender. Das ist ein großer Unterschied. Reisen ist Entdecken, der Rest einfach vorfinden.“
So hatte ich durch das Stipendium nicht nur die Möglichkeit, das portugiesische Alltagsleben zu entdecken, sondern auch das Unileben, als ich mich zu einem vierwöchigen Sommerkurs an der Universidade de Lisboa im September 2009 anmeldete.
Zu jener Zeit – es war der letzte Zyklus von Sommersprachkursen vor dem neuen Semester –war unser Kurs sehr gemischt. Er bestand teils aus ausländischen Studierenden und zum anderen Teil aus Leuten aus der ganzen Welt, die an der portugiesischen Sprache und Kultur aus vielfältigen Gründen interessiert waren, sei es beruflich oder privat. Unsere Lehrerin wusste jeden einzelnen von uns mit einem übervollen Stundenplan stark zu fordern, vernachlässigte dabei aber nie Spielereien und Späße über unsere Erfahrungen in Portugal.
Der starke Kaffee, den es überall in der Stadt gibt, förderte das notwendige Energielevel für unser intensives Sprachstudium und gleichzeitig die Erfahrungen des überbordenden Lebens dieser magischen Stadt.
In dem Monat, den ich dort verlebt habe, haben jeder Sprachfortschritt und jeden Tag eine neue Ecke der Stadt einen neuen Aspekt zu meinem Bild von Lissabon, seinen Bewohnern, seiner Geschichte, seines Lebens hinzugefügt. Ich habe mich wie im Lissabon Bernardo Soares’ gefühlt: In gewissen Momenten…wie jenen am frühen Nachmittag, streune ich beobachtend durch die Straßen, jeder Mensch trägt mir eine Neuigkeit zu, jedes Haus gibt mir etwas Neues, jedes Plakat hat eine Mitteilung für mich.“ Lissabon hat mich zu einer Reisenden gemacht.
Ewa Stachowicz
[Übersetzung: Isabel Francisco]
2008 Elena Kurbakova
2007 Dennis Tauscher
2006 Janina Witt
2005 Lena Viebrock



